Die Strafen für Raser, Drängler und Alkoholsünder im Straßenverkehr sind jetzt so teuer wie nie zuvor. Der neue Bußgeldkatalog sehe die höchsten Strafen vor, die es jemals im deutschen Verkehrsrecht gegeben habe, betonte der Autoclub ACE in Stuttgart. Damit verliere Deutschland endgültig seinen Ruf als "Bußgeld-Paradies".
Drogen oder Alkohol am Steuer kosten künftig bereits beim ersten Vergehen 500 statt bisher 250 Euro. Eine Absenkung der Promillegrenze für Autofahrer von 0,5 auf 0,3 Promille lehnt Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ab.
Eine Überschreitung des Tempolimits wird innerorts mit 80 bis 760 Euro (bisher 50 bis 425 Euro) und außerorts mit 70 bis 600 Euro (bisher 40 bis 375 Euro) bestraft. Wer die Vorfahrt missachtet, muss 100 statt 50 Euro berappen. Drängeln oder zu dicht auffahren kostet 400 statt bisher 250 Euro. Bei leichteren Verstößen bleibt es bei den bisherigen Geldbußen.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) weist aber auch darauf hin, dass viele Bußgelder selbst nach dem neuen Katalog im Vergleich zu den europäischen Nachbarn noch sehr niedrig sind. Wer in Deutschland zum Beispiel das Tempolimit innerhalb geschlossener Ortschaften um 20 km/h überschreitet, wird statt bisher mit 50 Euro jetzt mit 80 Euro bestraft. In Frankreich kostet das schon 90 Euro, in Italien 140 Euro und in Norwegen sogar 390 Euro. Generell sieht der VCD in der Bußgeld-Verschärfung „einen Schritt in die richtige Richtung“. geb
