Artikel

Ferienzeit ist keine gute Zeit für Haustiere

Foto:pixelio.de/uschi dreiucker
Foto:pixelio.de/uschi dreiucker

Viele Tierheime erwarten in den nächsten Wochen einen rapiden Anstieg der Zahl der ausgesetzten Tiere. "Der Schwerpunkt liegt immer von April bis August. Da werden extrem viele Tiere ausgesetzt", sagt eine Mitarbeiterin im Tierheim. "Manche Tiere finden wir nur noch tot."

Besonders beliebte Orte, um Tiere zurückzulassen, sind Autobahnraststätten, wo die Tiere von Durchreisenden angebunden oder in Kartons abgelegt werden.

Die Mitarbeiter von Tierheimen warten in der Regel zehn Tage, ob ein gefundenes Tier als vermisst gemeldet wird. Wenn das nicht geschieht, gilt das Tier als ausgesetzt und wird vermittelt. Manches Tier hat jedoch auch Glück. Schon bald finden es einen neuen Besitzer/in. Vor allem ältere Tiere werden nicht so schnell vermittelt und müssen oft lange im Tierheim bleiben.

Die meisten Tiere sind Fundtiere. Das heißt, die Besitzer haben ihre Katzen und Hunde einfach vor die Tür gejagt oder irgendwo angebunden. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Wenn Leute ihre Tiere abgeben wollen, kostet das eine Gebühr von maximal 75 Euro, das wollen die meisten wohl sparen."

Aussetzen ist - mal abgesehen davon, dass es Tierquälerei und ein Gesetzesbruch ist - überhaupt nicht nötig. Wer sein Tier überhaupt nicht mehr haben möchte, kann es im Tierheim abgeben. Dann wird dem Tier die Qual des Aussetzens erspart, und es hat bessere Chancen, vermittelt zu werden, weil Alter und Lebenslauf bekannt sind. Bei einem Fundtier kann ein Tierarzt nur schätzen, wie alt es ist. Dann müssen die Tierpfleger testen, ob es sich mit Artgenossen und Kindern verträgt.

Viele Züchter, Tierhandlungen und -heime nehmen auch Pensionsgäste gegen eine geringe Aufwandsentschädigung für die Urlaubszeit auf. Allerdings sollten sich Tierhalter rechtzeitig anmelden. Vielen Tierärzten und Tierschützern sind Menschen bekannt, die Hunde und Katzen für ein paar Wochen aufnehmen. Entsprechende Kontakte werden vermittelt. Wer sein Tier in gewohnter Umgebung lassen möchte, kann auch einen Tiersitter fragen. Auch Freunde, Bekannte, Nachbarn und Verwandte können sich eine Weile um die Tiere kümmern.

Quelle: Hamburger Abendblatt
 

Hintergrund


QuickResponse-Code: