Alt und gebrechlich oder gar ein Pflegefall? Mit diesem Szenario will sich kaum jemand beschäftigen. Nicht einmal 1,2 Millionen private Pflegezusatzversicherungen hatten die Bundesbürger Ende 2007 abgeschlossen, angesichts der demografischen Entwicklung eine verschwindend geringe Zahl. Denn die Menschen werden immer älter - und die Gefahr, später einmal zum Pflegefall zu werden, steigt.
Fast jeder Zweite wird pflegebedürftig
Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, wurde in Deutschland nun erstmals in einer Studie von Professor Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen untersucht. Das Ergebnis: In ihrem letzten Lebensjahr haben 2007 gut 40 Prozent der Männer und über 50 Prozent der Frauen Pflegeversicherungsleistungen in Anspruch genommen. Im Durchschnitt waren 44,1 Prozent der Deutschen an ihrem Lebensende pflegebedürftig. Wie ernst nehmen die Bundesbürger das Risiko, zum Pflegefall zu werden? Professor Dr. Dieter Otten von der Universität Osnabrück hat in einer 50plus-Studie Menschen in der zweiten Lebenshälfte befragt. 54 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen haben demnach für den Pflegefall nicht finanziell vorgesorgt. Bei den Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren waren es sogar weit über 60 Prozent, die für den Ernstfall keine Vorsorge getroffen hatten.
Vorsorge für den Ernstfall ist dringend nötig
Dabei wäre Vorsorge dringend nötig. Ein Heimplatz kostet zwischen 2.500 und 3.500 Euro im Monat. Die gesetzliche Pflegekasse schießt im Monat gerade einmal 1.470 Euro in der Pflegestufe III zu. Die Differenz aus den Kosten und den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung kann schnell das Budget eines Haushalts überfordern. Ohne eine zusätzliche private Absicherung ist eine umfassende, dauerhafte Pflege deshalb kaum möglich. Versicherungen bieten die nötige finanzielle Unterstützung für den Ernstfall zu günstigen Beiträgen. Abgesichert wird hier die Pflegestufe III "Schwerst-Pflegebedürftigkeit", ergänzend kann aber auch für die Pflegebedürftigkeit nach Stufe II "Schwer-Pflegebedürftigkeit" vorgesorgt werden. Auch die Stiftung Warentest rät sich dringend abzusichern.
Empfehlenswert ist der Ratgeber „
Pflegefall – was tun?
“ von der Verbraucherzentrale. Außerdem kann man sich bei
Stiftung Warentest
über die Angebote der Versicherungen schlau zu machen.
Quelle: djd
