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Geldanlageberatung: Checkliste und Beratungsprotokoll

Foto: Rolf-van-Melis / pixelio.de
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Ob der Grund dafür in einer fehlerhaften Beratung oder der nicht ausreichenden Selbstinformation des Anlegers liegt, kann dabei nur im konkreten Einzelfall entschieden werden. 

Die aufgetretenen Probleme zeigen aber zumindest die Tendenz, dass in den letzten Jahren viele Banken, Sparkassen und Finanzvermittler verstärkt komplizierte Anlageprodukte auch an unerfahrene Kunden verkauft haben. Der Grund dafür dürfte in vielen Fällen wohl in den damit verbundenen lukrativen Verkaufsprovisionen zu suchen sein. Unsere Checkliste und das Beratungsprotokoll sollen Ihnen als privater Sparer und Kapitalanleger helfen, sich vor solchen unliebsamen Erfahrungen zu schützen.

Bevor Sie sich mit dem Thema Anlageberatung beschäftigen, sollten Sie sich allerdings zunächst einmal fragen, ob Sie überhaupt eine Beratung benötigen oder ob die Initiative dafür nicht allein vom Berater ausgeht. Gerne werden Verbraucher nämlich unaufgefordert von ihrer Bank oder sogar von unbekannten Beratern kontaktiert, die ihnen einen Beratungstermin aufdrängen, obwohl gar kein Handlungsbedarf besteht. Das Ergebnis sind oft unsinnige Vertragsabschlüsse oder teure Umschichtungen bisheriger Anlagen.

Haben Sie dagegen konkreten Beratungsbedarf, empfiehlt es sich, anstehende Beratungsgespräche mithilfe unserer Checkliste vorzubereiten und das Beratungsergebnis schriftlich vom Berater protokollieren zu lassen. All das sollten Sie in Ruhe angehen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Denn wichtige Anlageentscheidungen wollen gut überlegt sein.

Checkliste und Beratungsprotokoll – in drei Schritten zum Beratungsergebnis

Verdeutlichen Sie sich die Konflikte zwischen verschiedenen Anlagezielen
In einem ersten Schritt sollten Sie sich die mit einer Anlage verbundenen eigenen Wünsche und Ziele verdeutlichen. Beachten Sie: Die Geldanlage, die bei einem minimalen Risiko gleichzeitig einen maximalen Ertrag liefert und über die Sie zusätzlich noch jederzeit ohne Einbußen verfügen können, existiert leider nicht. Auch wenn die Werbung oder geschickte Verkäufer oft genau das versprechen. In der finanziellen Wirklichkeit sind überdurchschnittliche Renditechancen immer mit höheren Anlagerisiken verbunden. Und die höchsten Zinsen gibt es in normalen Marktphasen nur dann, wenn Sie Ihr Geld langfristig ohne zwischenzeitliche Verfügungsmöglichkeit anlegen.

Klären Sie Ihre persönlichen Anlageziele
Vor einer Anlageentscheidung gilt es deshalb immer, die finanziellen Verhältnisse zu klären und persönliche Prioritäten festzulegen. Oder aber einen geeigneten Kompromiss, etwa zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und dem Streben nach Anlageerträgen, zu finden.

Füllen Sie deshalb vor dem Beratungsgespräch in der Checkliste die Felder zur Erfassung ihrer persönlichen und finanziellen Verhältnisse ebenso sorgfältig aus wie die unter "2. Anlagebedarf" aufgeführten Unterpunkte. Dabei werden Sie automatisch auf die vielen verschiedenen Merkmale stoßen, die Anlageprodukte aufweisen können und zwischen denen Sie sich entscheiden müssen.

Ein seriöser Anlageberater wird Ihnen für diese Vorarbeit dankbar sein, denn sie erleichtert ihm die Arbeit. Ergeben sich Widersprüche zwischen den von Ihnen gewählten Anlagezielen, kann ein Berater diese gezielt aufgreifen und Ihnen z.B. erklären, warum die Wahl risikoreicher Anlageformen problematisch ist, wenn mit dem investierten Kapital in absehbarer Zeit eine Immobilie finanziert werden soll.

Dokumentieren Sie das Beratungsergebnis
An den Check Ihres persönlichen Anlagebedarfs sollte sich dann unter dem Punkt "3. Anlageempfehlung" die konkrete Anlageempfehlung des Beraters, deren schriftliche Dokumentation und Begründung sowie der Ausweis der Kosten der empfohlenen Produkte anschließen. Dies bringt Rechtssicherheit für beide Beteiligte. Geht ein Anlagegeschäft schief, können Sie nachträglich die Empfehlung und die Empfehlungsgründe auf ihre Richtigkeit hin überprüfen lassen. Der qualifizierte Berater kann im Gegenzug anhand der Dokumentation nachweisen, dass er richtig aufgeklärt hat.

Vervollständigt wird die Checkliste mit Beratungsprotokoll durch die unter Punkt 1 zu erfassenden Personalien Ihrer Person sowie der des Beraters. Wollen Sie bei weit reichenden Anlageentscheidungen ganz auf Nummer sicher gehen, können Sie auch einen neutralen Zeugen hinzuziehen, der das Beratungsgespräch verfolgt.

Um die Verbindlichkeit des Protokolls zu unterstreichen, sollte es von Ihnen und Ihrem Berater unterzeichnet und an jeden ein Exemplar ausgehändigt werden. Heften Sie es unbedingt zu Ihren Unterlagen, um auch später noch jederzeit darauf zurückgreifen zu können.

Lassen Sie sich Zeit für eine Entscheidung und prüfen Sie das Angebot in Ruhe zu Hause noch einmal. Idealerweise lässt man sich Angebote von verschiedenen Anbietern machen. Ein seriöser Anlageberater wird Sie nicht zu einer Unterschrift drängen und gibt sein Angebot schriftlich mit allen Unterlagen ab. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit eine unabhängige Beratung in einer Verbraucherzentrale in Anspruch zu nehmen.

Hinweis: Weigert sich ein Berater, die Checkliste in die Beratung einzubeziehen und das Protokoll auszufüllen, sollten Sie von einem Geschäftsabschluss absehen. Seriöse Berater haben nichts zu verbergen und dürften deshalb auch kein Problem mit einer Dokumentation ihrer Empfehlungen haben.

Checkliste für die Geldanlageberatung

Quelle: Verbraucherzentrale

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