Ein Heim, das hinter dieser neuen Initiative steht, ist das Multikulturelle Seniorenheim „Haus am Sandberg“ in Duisburg. Träger ist der DRK-Landesverband Nordrhein. In dieses Heim können die Bewohnerinnen und Bewohner auch mit eigenen Tieren einziehen, sofern geregelt ist, was mit dem Tier geschieht, wenn Herrchen oder Frauchen einmal ausfallen.
Frau Gudrun Küper-Sengül vom Sozialen Dienst des Heimes, selbst Hundebesitzerin, wurde in einem Qualifizierungskurs auf den Einsatz von Tieren in der Altenhilfe vorbereitet. Sie koordiniert und begleitet diese neue Aufgabe und achtet darauf, dass der Besuchsdienst zum Besuchten passt. Durch die „Aktion Mensch“ wird das Projekt gefördert, so dass dafür eine Honorarkraft eingestellt werden konnte.
Besuchsdienst vor allem ein Angebot für dementiell Erkrankte
Zielgruppe des Besuchsdienstes sind in erster Linie dementiell veränderte Bewohnerinnen und Bewohner des Heimes. Im Hinblick auf diese Zielgruppe gibt es insofern allgemein bereits sehr positive Erfahrungen. Kontakte mit Tieren können den Betreffenden Momente der Freude schenken, also ihre Lebensqualität verbessern. Der Besuchsdienst kommt jedoch nur, wenn die Damen und Herren dies auch wollen. Das alles gilt natürlich auch für Bewohnerinnen und Bewohner, die geistig fit sind. Die Akzeptanz für den Besuchsdienst seitens der Bewohnerinnen und Bewohner, der Angehörigen und auch des Pflegepersonals ist grundsätzlich
vorhanden.
Menschen und Tiere werden auf ihren Einsatz gut vorbereitet
Den Besuchsdienst machen ehrenamtliche Helferinn und Helfer, die darauf intensiv vorbereitet werden. Zur Zeit sind zwölf Männer und Frauen im Besuchdienst tätig oder werden vorbereitet. Ihre Tieren müssen von ihrer Persönlichkeit und Charakter her den Einsatz zulassen. Die Tiere müssen lieb, gut anfassbar und gelassen sein. Dabei spielt die Größe des Tieres eine untergeordnete Rolle. So gibt es zum Beispiel Fritz, einen Neufundländer, der 70 kg wiegt, große braune Augen hat und genau diese Voraussetzungen erfüllt. Die Tiere dürfen keine Angst vor Rollstühlen haben und sich durch hektische Bewegungen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Tiere werden vom Tierarzt regelmäßig gesundheitlich durchgecheckt, müssen die erforderlichen Impfungen erhalten haben und haftpflichtversichert sein.
Besuchshäufigkeit und –dauer hängen von der individuellen Situation der besuchten
Personen und von den Ehrenamtlichen ab. Die meisten sind ein bis zwei Mal die Woche im Einsatz. Die einzelnen Besuche dauern zwischen 10 und 45 Minuten. Die Ehrenamtlichen werden in ihrer Aufgabe selbstverständlich unterstützt und „begleitet“.
Frau Küper-Sengül ist davon überzeugt, dass diese Art von Kontakten insbesondere für die Zielgruppe sehr förderlich ist. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen sind von ihrer wertvollen Arbeit sehr angetan. Wer bei einem Besuchsdienst mit seinem Tier mitmachen möchte, der kann sich beim DRK-Landesverband Nordrhein unter der Tel.Nr. 0211-3104 137 melden. ik
