Hintergrund

Einsam und allein? – Muss nicht sein!

Foto: pixelio.de / Stephanie Hofschlaeger
Foto: pixelio.de / Stephanie Hofschlaeger

Die Zahl der Singlehaushalte in Deutschland steigt. Durch Verlust des Partners oder der Partnerin, durch Tod oder auch infolge von Trennungen beziehungsweise Scheidungen leben viele Menschen in Deutschland allein. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen liegt bei 80 Jahren, bei Männern bei 75 Jahren mit der Folge, dass von den 75 – Jährigen jede/r Zweite alleine lebt, in der Altersgruppe 64 – 74 Jahre jede/r Vierte.


Soziale Kontakte aufbauen ist wichtig!
Alleine zu leben, muss nicht gleichzeitig bedeuten, einsam zu sein. Depressive Stimmungen oder chronische Einsamkeitsgefühle werden meist durch äußere Umstände hervorgerufen. Sie sind jedoch eigentlich eine Frage der inneren Einstellung. Ein angekratztes Selbstwertgefühl oder die Angst, bei anderen auf Ablehnung zu stoßen oder das Gefühl, sich selbst nichts mehr zuzutrauen, sind oft Ursache für Einsamkeit und traurige Stimmungen.
Wenn man bemerkt, dass die Einsamkeit an der Seele nagt oder sie sogar auffrisst, sollte man versuchen, seine Situation zu verändern, um sein seelisches Gleichgewicht wieder zu finden.

Wer also der Einsamkeit entfliehen will, muss selbst aktiv werden, auf andere zugehen und auch Vertrauen aufbauen. Anderenfalls gelangt man nur Schwer aus diesem Teufelskreis.

Die eigenen Ziele und Wünsche formulieren!
Es ist wichtig, für sich herauszufinden, was man sich noch für Aufgaben und Ziele setzen möchte. Dies allerdings hängt natürlich insbesondere vom persönlichen Gesundheitszustand ab. Aber 54 % aller 60 – 79 Jährigen empfinden ihre Gesundheit „ganz in Ordnung“ und 38 % als gut. Nur 7 % bezeichnen ihre Gesundheit als schlecht. Man muss ausprobieren, was man seinem Körper noch zumuten kann, Wenn man sich gut fühlt, sollte man sich Ausdauer antrainieren, um seine persönliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder gar zu steigern. Geeignete sanfte Sportarten gibt es ja auch für ältere Semester wie z.B. Gymnastik, Schwimmen, Tanzen, Walken.

Aktiv sein, sich engagieren!
Vor allem ist es wichtig, sich mit Gleichgesinnten zu verbünden. Im sportlichen aber auch im kulturellen Bereich kann man in der Gruppe vieles gemeinsam unternehmen wie z. B. Kino- oder Theaterbesuche, Ausstellungen, Reisen oder sich einem Gesangverein anschließen. Denn Musik beflügelt.

Esskultur pflegen!
Man kann gemeinsame Mahlzeiten planen. Bereits die Einkäufe, Vorbereitungen und Dekorationen für die gemeinsame Mahlzeit, ob Frühstück, Brunch oder Dinner, bringen Freude mit sich. Und bekanntlich ist die Vorfreude die schönste Freude.
Auch gemeinsames Essen im Lokal bringt Abwechslung und Freude ins Leben. Man muss sich zurecht machen, schick kleiden, und man ist gespannt, was die anderen zum Outfit sagen und wie deren Outfit ausfällt.

Gemeinsam einkaufen!
Besonders für Frauen liegt ein besonderer Reiz im Einkaufsbummel mit Freundinnen. Sich orientieren, was die Mode an Neuem bietet, anprobieren, ausprobieren, auch wenn nicht unbedingt ein Kauf damit verbunden ist.

Sich für andere engagieren!
Nicht nur aktiv sein für sich selbst, sondern sich auch für andere einzusetzen, erzeugt einen Lebenswert besonderer Art. So kann man sich natürlich auch ehrenamtlich in Vereinen, gemeinnützigen Organisationen oder der Kirche engagieren.

Hilfen in Anspruch nehmen – Beratungsangebote – Selbsthilfegruppen!
Wenn man das Problem der Einsamkeit nicht alleine bewältigen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zunächst sollte der Hausarzt bzw. ein Psychologe um Rat gebeten werden. Außer den rein therapeutischen und medizinischen Maßnahmen kann man sich Selbsthilfegruppen anschließen, um gleichgelagerte Probleme in einer Gruppe gemeinsam zu bewältigen. Seniorenbeiräte bieten oft auch Gesprächskreise oder Beratungshilfen an. Telefonseelsorge in Anspruch nehmen oder gar selbst leisten, ist ebenfalls eine Schiene, auf der man der Einsamkeit ein Stück weit entrinnen kann.

Der Isolation entfliehen – Lebensfreude empfinden!
Um der Isolation zu entkommen, kann es auch sehr nützlich sein, dass man sich Hobbies oder Aufgaben sucht, die ausfüllen und an denen man sich erfreuen kann. Die Freude am Leben ist vor allem anderen das Rezept, um sich auch im Alleinsein nicht einsam und verlassen zu fühlen. So kann man auch dem Alterungsprozess bewusst entgegentreten. Man darf sich nicht selbst beschränken oder beschneiden „dafür bin ich zu alt!“, sondern man muss testen und ausprobieren, wozu Körper, Geist und Seele noch bereit und fähig sind.
Insofern gibt nicht das tatsächliche Lebensalter, sondern das gefühlte Alter Auskunft darüber, ob ein Mensch alt wirkt.

Hygiene und andere Äußerlichkeiten!
Ein älterer Mensch braucht mehr Pflege. Die Hygiene ist sehr wichtig. So gibt vor allem das äußere Erscheinungsbild Aufschluss darüber, ob jemand alt wirkt. Aber auch im Verhalten, wie man sich bewegt, wie man sich äußert, für was man Interesse zeigt: All dies sind Hinweise, ob man auf andere eher alt oder vital wirkt.

Man darf also nichts den Anderen oder dem Zufall überlassen. Man muss ständig an sich arbeiten. Dabei sind Selbstbeherrschung und Selbstkritik maßgebliche Faktoren, die auf das Wohlbefinden Einfluss nehmen auf den Wegstrecken, die man alleine zurücklegen muss. ik

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